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Radialwellendichtring Prelon TF01 /TF02
PTFE-Hochleistungsdichtung für Lager-, Getriebe- und Industrieanwendungen
Eigenschaften:
- chemisch sehr beständig
- Trockenlauf möglich
- hohe thermische Beständigkeit
- FDA-konforme Werkstoffe möglich
- kleine/individuelle Bauräume möglich
- ausgezeichnete Belastbarkeit
Technische Spezifikationen des Prelon BP30
| Parameter | Wert / Bereich |
|---|---|
| Wellendurchmesser | 5 mm – 2000 mm |
| Werkstoffe | PTFE 9, PTFE 19, PTFE 92 |
| Temperaturbereich | −100 °C bis +260 °C |
| Druckbeständigkeit | bis 5 bar |
| Umfangsgeschwindigkeit | bis 25 m/s (Einlippe), bis 15 m/s (Mehrlippen) |
| Toleranzen | Welle h11 · Bohrung H8 |
| Oberflächengüte Welle | Ra 0,2 – 0,8 µm |
| Oberflächengüte Gehäuse | Ra ≤ 1,8 µm |
Richtwerte – abhängig von Medium, Wärmeabfuhr, Drehzahl und Schmierfilmbildung.
Funktion des Radialwellendichtrings Prelon TF01 / TF02
Der Prelon Ring BP30 ist ein
Hochleistungs-Radialwellendichtring aus PTFE,
entwickelt für Lager-, Getriebe- und Antriebsanwendungen.
Er gewährleistet eine dauerhafte Abdichtung rotierender Wellen – auch bei
hohen Temperaturen, Trockenlauf oder aggressiven Medien.
Präzise Abdichtung rotierender Wellen
Die Dichtlippe liegt definiert an der Welle an und bildet einen stabilen
Schmierfilm, der Reibung und Verschleiß minimiert. Dadurch bleibt die
Dichtwirkung auch bei hohen Drehzahlen konstant. Der Werkstoff
PTFE überzeugt durch hervorragende Notlaufeigenschaften
und chemische Inertheit – ideal für anspruchsvolle Industrieanwendungen.
Optimierte Geometrie für höchste Zuverlässigkeit
- Mehrere Dichtlippen für Hochdruck- oder Schmutzbereiche
- Gegensinnig wirkende Lippen zur Trennung zweier Medienräume
- Sperrzonen an beliebiger Position zur Leckagevermeidung
Das Dichtmaterial kann hinsichtlich Belastbarkeit, Wellenverschleiß und
Lebensmittelverträglichkeit individuell angepasst werden. Für die
Lebensmittel- und Prozessindustrie stehen spezielle Geometrien und
FDA-konforme Compounds zur Verfügung.
Medienbeständigkeit des Prelon BP30
Der Prelon Ring BP30 ist für die Abdichtung aggressiver, viskoser und partikelhaltiger Medien konzipiert. Die eingesetzten PTFE-Compounds bieten eine außergewöhnliche chemische und thermische Stabilität für unterschiedlichste Prozessbedingungen.
Geeignete Medien
- Mineralöle, synthetische Öle und Fette
- Kraftstoffe, Lösungsmittel und Kühlmittel
- Säuren, Laugen und aggressive Chemikalien
- Wasser, Dampf und Prozessmedien der Lebensmittelindustrie
Temperatur- und Druckbeständigkeit
- Temperaturbereich: −100 °C bis +260 °C (je nach Compound)
- Druckbeständigkeit: bis ca. 5 bar
- Trockenlauf: möglich, durch sehr niedrige Reibwerte
Selbst unter hohen Drehzahlen und wechselnden Betriebsbedingungen bleibt die Dichtwirkung des BP30 stabil. Das Material ist nicht hygroskopisch und behält seine Eigenschaften auch nach längeren Stillstandszeiten.
Varianten des Prelon BP30
Der Prelon Ring BP30 ist in unterschiedlichen Bauformen und Dichtgeometrien erhältlich, um eine optimale Anpassung an die jeweilige Anwendung zu ermöglichen.Ausführungsbeispiele
- BP30-1 – Standardausführung, Einlippen-Dichtung
- BP30-2 / BP30-2-1 – Doppellippige Variante mit erhöhter Dichtreserve
- BP30-3 / BP30-4 – Mehrlippenausführung für Hochdruckbereiche
- BP31-2 – Sondergeometrie für große Wellen oder abweichende Einbauräume
Individuelle Anpassungen
- Gegensinnig wirkende Lippen zur Trennung von Medien
- Sperrzonen für Leckagefreiheit
- Metallverstärkte Bauformen für hohe Stabilität
- FDA-konforme Varianten für Lebensmittel- und Pharmaprozesse
Anwendungsbereiche des Radialwellendichtrings Prelon BP30
Der Prelon BP30 ist ein PTFE-Radialwellendichtring für Lager-, Getriebe- und Antriebsanwendungen, ausgelegt für anspruchsvolle industrielle Umgebungen. Durch seine chemische Beständigkeit, hohe Temperaturfestigkeit und die Fähigkeit zum Trockenlauf bietet er eine zuverlässige Abdichtung unter extremen Bedingungen.Typische Einsatzbereiche
- Metallerzeugung: Abdichtung rotierender Wellen an heißen oder abrasiven Prozessen
- Maschinenbau: universeller Einsatz in Lager- und Getriebeeinheiten
- Chemische Industrie: beständig gegen aggressive und klebrige Medien
- Medizintechnik: optional FDA-konforme Werkstoffe für sensible Anwendungen
Typische Aggregate und Baugruppen
- Pumpen und Vakuumpumpen
- Rührwerke und Mischer
- Lagerschutz und Wellendurchführungen
- Getriebe und Antriebssysteme
Geeignete Medien
- Aggressive Medien wie Säuren, Lösungsmittel oder Prozessflüssigkeiten
- Klebrige Medien und Medien mit Fremdstoffanteilen
- Flüssigkeiten und Gase auf Erdölbasis oder Wasser/Dampf
- Heiße Medien bis +260 °C je nach Compound
Vorteile im industriellen Einsatz
- Hohe chemische Beständigkeit durch PTFE-Compounds (PTFE 9, 19, 92)
- Trockenlauf-fähig mit geringem Reibwert
- Für hohe Umfangsgeschwindigkeiten bis 25 m/s (Einlippe)
- Optional FDA-konforme Werkstoffe für Lebensmittel- und Pharmabereiche
- Kompakte Bauformen für begrenzte Einbauräume
Konstruktive Auslegung des Radialwellendichtrings Prelon BP30
Für eine optimale Funktion des Prelon BP30 müssen der Dichtungsraum, die Wellenoberfläche und das Gehäuse exakt aufeinander abgestimmt sein. Nur eine präzise konstruktive Vorbereitung gewährleistet eine dauerhafte Dichtwirkung und minimale Reibungsverluste.Allgemeine Konstruktionsrichtlinien
- Der Dichtungsraum muss axial zugänglich sein, um eine beschädigungsfreie Montage zu ermöglichen.
- Die Dichtung ist so zu sichern, dass ein Auswandern oder Verdrehen verhindert wird.
- Die Dichtungsnut sollte wegen Wellenausdehnungen stets etwas breiter als die Dichtung ausgelegt werden:
- ⌀D < 20 mm: +0,2 – 0,3 mm
- ⌀D > 200 mm: +0,5 mm
Empfohlene Oberflächenqualitäten
- Gehäuse: Ra ≤ 1,8 µm, Rt ≤ 10 µm
- Welle: Ra 0,2 – 0,8 µm, Rt ≤ 4,0 µm
- Wellenwerkstoff: metallisch, fein geschliffen, empfohlene Härte ≥ 45 HRC (optimal 65 HRC)
- Toleranzen: Welle h11 · Gehäuse H8
Einbauschrägen
| Welle (20°) | Wellendurchmesser [mm] | Längenschräge [mm] | Längenschräge (min.) [mm] |
|---|---|---|---|
| ⌀ ≤ 20 | 1–3 | 2–3 | 1 |
| 20 < ⌀ ≤ 60 | 2–4 | 2–4 | 1,5 |
| 60 < ⌀ ≤ 120 | 2–5 | 2–5 | 2 |
| 120 < ⌀ ≤ 400 | 2–6 | 2–6 | 2,5 |
| ⌀ > 400 | 4–8 | 4–8 | 4 |
| Gehäuse (30° / 45°) | Längenschräge [mm] | Längenschräge (min.) [mm] |
|---|---|---|
| ⌀ ≤ 20 | 0,6–1,0 | 0,5 |
| 20 < ⌀ ≤ 60 | 1,0–1,5 | 0,7 |
| 60 < ⌀ ≤ 200 | 1,5–2,5 | 1,0 |
| 200 < ⌀ ≤ 400 | 2,0–3,0 | 1,5 |
| ⌀ > 400 | 3,0–4,0 | 2,0 |
Hinweise zur Einbausituation
- Der Dichtraum muss axial zugänglich sein – idealerweise von der Außenseite.
- Zur Sicherung gegen Mitdrehen kann eine Passung oder Nut vorgesehen werden.
- Bei höheren Drücken sind Stützringe oder Vorspannelemente zu verwenden.
Montagehinweise für PTFE-Radialwellendichtringe (Prelon BP30)
Wichtig: PTFE-Dichtungen erfordern eine sorgfältige, behutsame Montage. Montageverfahren von Elastomer-Dichtungen sind nicht übertragbar; unsachgemäßer Einbau kann die Vorteile von PTFE (geringer Reibwert, Notlaufeigenschaften, chemische Inertheit) deutlich mindern.
Vermeidung des Aufweitens der Dichtung
- Nicht über den Wellendurchmesser aufweiten. Die PTFE-Lippe darf beim Aufschieben nicht dauerhaft überdehnt werden.
-
Einführungsschrägen vorsehen:
- Gehäusebohrung: 30°–45°
- Welle: 10°–15°
Einführung & Positionierung
- Kanten, Nuten und Querbohrungen im Einführbereich entgraten oder per Hülse überbrücken.
- Dichtung axial und gleichmäßig einpressen – Verkanten und punktuelle Schlagbelastung vermeiden.
- Ausrichtung der Dichtlippe zum Medium prüfen (Einlippe/Mehrlippe, ggf. Sperrzone).
Sauberkeit & Schutz
- Montageflächen sauber halten; Partikel, Grate und Beschädigungen vermeiden.
- Leicht benetzen (mediumverträgliches Öl oder vorgesehenes Betriebsmedium), kein Übermaß.
- Dichtlippe nicht mit scharfen Werkzeugen berühren; keine erzwungene Drehung der Lippe beim Einbau.
Hinweis: Bei abweichenden Einführungsschrägen oder kritischen Einführwegen (Schultern, Gewinde, Querbohrungen) ist der Einsatz einer Montagehülse verpflichtend.
Weitere Montagehinweise
Fügen der Dichtung
- Thermische Unterstützung: Dichtung kühlen & Gehäuse heizen, um das Fügen in die Bohrung zu erleichtern.
- Auf die Welle: Welle kühlen & Dichtung temperieren, um das Aufschieben zu erleichtern.
- Mit O-Ring: Während der Montage die Dichtung nicht über 120 °C erwärmen.
Einpressen der Dichtung
- Flächig einpressen: Mit ringförmigem oder großflächigem Werkzeug über die gesamte Stirnfläche einpressen.
- Keine Hammerschläge: Direkte Schläge auf den Dichtungskörper vermeiden.
Dichtungssitz
- Axiales Verpressen im Betrieb vermeiden (besonders bei Bauarten mit Rotationsring).
Mehrlippen-Dichtungen
- Zwischenräume fetten: Das Füllen der Zwischenräume (z. B. zwischen den Dichtlippen) kann die Standzeit erhöhen (nicht für Typ V).
Fetten der Dichtung
- Im Gehäuse möglichst nicht fetten. Fett zwischen den Lippen erhöht die Lebensdauer, sofern die Anwendung Fett zulässt.
Sicherung der Dichtung
- Dichtung gegen axiales Wandern sichern.
Nuten bei der Montage
- Nuten/Schultern abdecken oder überbrücken, um scharfe Kanten an der Dichtlippe zu vermeiden.
Oberflächenbeschaffenheit der Welle
- Fehlerfreie Oberfläche: Riefen, Kratzer, Rost oder Druckstellen mindern die Lebensdauer und gefährden die Funktionssicherheit.
Belastung während der Montage
- Dichtung muss entlastet bleiben; keine Lasten durch schwere Wellen oder Gehäuseteile auf den Profilen.
Sauberkeit
- Sauberkeit am Montageplatz strikt einhalten.
Wellenmontage „gegen“ die Lippe
- Dichtung zunächst „mit der Lippe“ auf einen Dorn (Untermaß 0,5–1 mm zur Welle) aufziehen, wieder abnehmen und anschließend „gegen die Lippe“ auf die Welle montieren.
- Bei Montagefase > 30° möglichst ohne Montagehülse montieren.
Häufige Fragen zum Radialwellendichtring Prelon TF01 / TF02
In welchem Temperatur- und Druckbereich kann der Prelon BP30 eingesetzt werden? Inhalt
Der Prelon Ring BP30 deckt – abhängig vom eingesetzten PTFE-Compound – einen Temperaturbereich von −100 °C bis +260 °C ab. Die maximale Druckbelastbarkeit liegt bei bis zu 5 bar. Entscheidend für die Auslegung sind Medium, Drehzahl, Wärmeabfuhr und Schmierfilmbildung.
Durch die hervorragende thermische Stabilität von PTFE bleibt die Dichtwirkung auch bei extremen Bedingungen konstant erhalten.
Welche maximalen Drehzahlen sind möglich?
Die zulässige Umfangsgeschwindigkeit hängt von der Dichtlippenanzahl und der Wärmeableitung ab:
- Einlippen-Ausführung: bis ca. 25 m/s
- Mehrlippen-Ausführung (≥2 Lippen): bis ca. 15 m/s
Bei höheren Drehzahlen empfehlen wir spezielle PTFE-Compounds mit erhöhter Wärmeleitfähigkeit sowie eine optimierte Wellenoberfläche.
Für welche Medien eignet sich der Prelon BP30?
Der Radialwellendichtring BP30 ist für den Einsatz mit einer Vielzahl industrieller Medien konzipiert und bietet eine außergewöhnliche chemische Beständigkeit gegenüber:
- Mineralölen, synthetischen Ölen und Fetten
- Kraftstoffen, Lösungsmitteln und Kühlmitteln
- Säuren, Laugen und aggressiven Chemikalien
- Wasser, Dampf sowie Prozessmedien der Lebensmittelindustrie
FDA-konforme PTFE-Varianten ermöglichen den sicheren Einsatz in der Lebensmittel-, Pharma- und Prozessindustrie.
Kann der BP30 auch bei Trockenlauf eingesetzt werden?
Ja. PTFE besitzt exzellente Notlaufeigenschaften und einen sehr niedrigen Reibwert, wodurch der Prelon BP30 auch bei kurzfristigem Trockenlauf funktionsfähig bleibt.
Besonders das PTFE 92-Compound ist für hohe Drehzahlen ohne Schmierung geeignet. Voraussetzung ist eine ausreichende Wärmeabfuhr und eine glatte, gehärtete Wellenoberfläche.
Welche Toleranzen und Oberflächenqualitäten sind erforderlich?
Für eine optimale Dichtwirkung gelten folgende technische Richtwerte:
- Wellentoleranz: h11
- Gehäusetoleranz: H8
- Wellenrauheit: Ra 0,2 – 0,8 µm
- Gehäuserauheit: Ra ≤ 1,8 µm
- Wellenhärte: ≥ 45 HRC (empfohlen ≥ 55 HRC)
Diese Werte sichern einen stabilen Schmierfilm, minimieren Reibung und garantieren eine lange Lebensdauer des Dichtrings.
Welche Bauformen und Varianten stehen zur Verfügung?
Der Prelon Ring BP30 ist in mehreren Ausführungen erhältlich, die an den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden können:
- Einlippen-Version: Standard für universelle Anwendungen
- Doppellippige Varianten: für höhere Dichtreserve oder Schmutzbereiche
- Mehrlippen-Versionen: für Hochdruck- oder Medientrennung
- Sonderbauformen: mit gegengesetzt wirkenden Lippen oder Sperrzonen
Verfügbare Typen: BP30-1 bis BP31-2. Alle Varianten können individuell hinsichtlich Geometrie und Compound angepasst werden.